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- November 05, 2018
Christian Schiester beendete den Gobi March nach sechs Etappen und 250km auf Rang zwei – Vier Kontente, vier Wüsten, vier Abenteuer. Christian Schiester hat seine heiße Reise rund um den Globus mit dem Gobi March in China erfolgreich beendet. Nach 250 extremen Kilometern stürmte der Steirer als Gesamtzweiter über die Ziellinie. Die Wüste Gobi hat den 160 Teilnehmern alles abverlangt: Kräfteraubende Sanddünen, sirrend heiße Canyons, anstrengende Bergetappen und schier endlose Ebenen trieben die Athleten bis an ihre Grenze und darüber hinaus. Trotz der immensen Strapazen zieht Schiester eine positive Bilanz: „Ich habe der Wüste getrotzt und konstant gute Leistungen gezeigt. Ich bin mit dem zweiten Platz sehr zufrieden. Ich habe es dem Engländer nicht leicht gemacht, aber er ist wie von eine anderen Stern gelaufen und hat sich den Sieg mehr als verdient.“
160 Teilnehmer aus aller Welt stellten sich Anfang Juni der Herausforderung im chinesischen Teil der Gobi. Ständig wechselndes und anspruchsvolles Terrain zerrten von Beginn an den Kräften der Extremsportler. Klirrend kalte Nächte wechselten mit über 50°C Höchsttemperaturen, steil ansteigende Bergflanken mit schroffen Canyons, trostlose Ebenen mit tiefem Sand. Die feuerroten und brennheißen Gipflen der „Flaming Mountains“ wurden ebenso überwunden, wie die das -150 Meter tiefe Turpan Bassin, das als heißester Ort Chinas auch als „Backofen“ bezeichnet wird.
Österreich zeigt auf. Nach 250 Kilometern erreichten 124 Starter die Ziellinie, viele von ihnen humpelnd und wankend. Christian Schiester hat wieder ganz vorn in der Weltelite mitgemischt. Während einige der Favoriten den Strapazen der Gobi zum Opfer fielen, konnte der Steirer den chinesischen Drachen zähmen. Auch die beiden hochgelobten Lokalmatadore Penbin Chen und Chao Wei hat er nach einem offenen Schlagabtausch am Ende klar hinter sich gelassen. Der zweite Österreicher am Start, Bernd Trischer aus Saalfelden, beendete das Rennen auf Rang fünf.
Die Wahl der Qual. Die Anstrengungen der Gobi sind an den Teilnehmern nicht spurlos vorüber gegangen. Christian Schiester hat in den sechs Tagen sechs Kilogramm an Körpergewicht und ebenso viele Zehennägel verloren. Kreislaufbeschwerden, offene Blasen, entzundene Kniegelenke, revoltierende Mägen und Durchfall standen im Lager an der Tagesordnung, die Ärzte hatten alle Hände voll zu tun. Ein Läufer ist bei der vierten Etappe in einem sirrenden heißen Canyon zusammengebrochen. Erst eine Stunde später konnte er in letzter Sekunde per Kamel geborgen werden. Der Chinese liegt nach wie vor im Koma.
Dem Ende nah. Einen Tag später hätte es Schiester fast selbst erwischt. Nach 94 Kilometern sank der Steirer ohne einen Tropfen Wasser umringt von Sanddünen zusammen. „Ich konnte fast nichts mehr sehen und in meinem Kopf war nur noch ein lautes Dröhnen. Erstmals in meinem Leben dachte ich daran zu sterben. Mit letzter Kraft zwang ich mich wieder auf die Beine und wankte die restlichen fünf Kilometer bis ins Ziel.“
Blick nach vorn. Nach der erfolgreich absolvierten Wüstentour (Rang 6 Atacama, Rang 2 Sahara, Verletzung in Australien und Rang 2 Gobi) steht für den Steirer in den kommenden Wochen Regeneration auf dem Programm. Lange werden die Wettkampf-Schuhe jedoch nicht still stehen: „Ich habe schon die nächsten Projekte im Kopf und freue mich auf neue Herausforderungen!“
ENDERGEBNIS GOBI MARCH 2010
1. Dan Parr (UK) 24:53:36
2. Christian Schiester (AUT) 25:32:49
3. Penbin Chen (CHN) 27:57:23 (inklusive Zeitstrafe 1:15:00)
4. Anders Jensen (DEN) 29:28:40
5. Bernd Tritscher (AUT) 30:01:13
6. Chao Wei (CHN) 30:01:53 (inklusive Zeitstrafe 1:00:00)
7. Brian Lang (CAN) 30:17:46
8. Oliver Thiriet (FRA) 30:21:48
9. Johan Peterson (NZL) 31:55:19
10. Anthony Carango 32:17:21